Ex-Mann soll Ehenamen ablegen

Das kommt höchstens in krassen Ausnahmefällen in Frage!

onlineurteile.de - 1993 hatte das Paar geheiratet und als Ehenamen den Nachnamen der Frau gewählt. Fünf Jahre später wurde auf Initiative der Frau die Ehe aufgehoben. Der Ehemann habe seiner Frau arglistig verschwiegen, dass er nur eingeschränkt zeugungsfähig sei, so begründete das Amtsgericht das Ende einer Ehe. Kaum war dieser Prozess vorbei, forderte die Frau von ihrem Ex-Mann mit einer weiteren Klage, den Ehenamen abzulegen.

Doch mit diesem Anliegen kam sie beim Bundesgerichtshof nicht durch (XII ZR 204/02). Früher habe man - im Falle der Scheidung oder Aufhebung einer Ehe - vom Partner verlangen können, den Ehenamen aufzugeben. Das neue Ehenamensrecht sehe diese Möglichkeit nicht mehr vor. Ausnahmen seien nur in krassen Einzelfällen denkbar, wenn das Fehlverhalten des Partners gerade im Missbrauch des Ehenamens bestehe. Zum Beispiel, wenn sich jemand den Ehenamen des anderen nur zulege, um unter dem Schutz eines neuen Namens weitere Straftaten begehen zu können.

Doch die Verfehlungen, die im konkreten Fall die Frau ihrem Ex-Mann vorwerfe, hätten alle nichts mit dem Ehenamen zu tun: seine Unehrlichkeit in der Kinderfrage, das Ausstellen ungedeckter Schecks etc. Angeblich habe er auf ein "überschuldetes" Konto zugegriffen. Das sei aber nur mit einer Kontovollmacht möglich und hänge nicht vom Nachnamen ab.