Falscher "Pater Michael" zelebriert Messe

Geldstrafe wegen "unbefugten Tragens kirchlicher Amtskleidung"

onlineurteile.de - Der Mann war Patient in einem Sanatorium und besuchte einen Gottesdienst in der katholischen Dorfkirche. Nach dem Hinweis einer Frau, es handele sich bei dem Gottesdienstbesucher um einen "Ordensgeistlichen und Priester", sprach der Ortspfarrer den Fremden an. Der stellte sich als "Pater Michael" vor, er sei Mitglied eines Benediktinerordens und lange Zeit als Missionar in Afrika gewesen. Später feierte er zusammen mit dem Dorfpfarrer, der ihn mit Albe (= das lange weiße liturgische Untergewand) und Stola ausstattete, einige Messen.

Als in der Erzdiözese vor einem "falschen Priester" gewarnt wurde, flog der Schwindel auf. "Pater Michael" - der vor Jahrzehnten eine Priesterweihe der Freikatholischen Kirche erhalten hatte - wurde vor den Kadi zitiert. Das Landgericht Offenburg verurteilte den Angeklagten wegen unbefugten Tragens kirchlicher Amtskleidung in fünf Fällen zu einer Geldstrafe (6 Ns 11 Js 13 560/02). Albe und Stola gehörten zur Amtskleidung der römisch-katholischen Kirche, die nur ein geweihter Priester tragen dürfe. Die Priesterweihe durch den Metropoliten der Freikatholischen Kirche (eines eingetragenen Vereins) sei bedeutungslos. Anerkannt nach katholischen Recht sei nur die heilige Weihe durch einen Bischof der römisch-katholischen Kirche.