Farbspuren auf hellen Polstermöbeln

Verkäufer muss auf das Problem des Abfärbens nicht farbechter Kleidungsstücke hinweisen

onlineurteile.de - Die Freude an der neuen hellbeigefarbenen Polstergarnitur währte nicht lange. Schon wenige Monate nach dem Kauf zeigten sich auf dem guten Stück - Preis 7.700 Euro - erste dunkle Verfärbungen. Diese widerstanden hartnäckig allen Reinigungsversuchen. Der Käufer verlangte deshalb, den Kaufvertrag zu annullieren und setzte sich beim Oberlandesgericht (OLG) Köln durch (6 U 109/04).

Die Flecken waren auf den Farbabrieb nicht farbechter Textilien zurückzuführen, so viel stand fest. Bereits bei den Verkaufsverhandlungen im Möbelhaus hatte der Kunde großen Wert darauf gelegt, dass die hellen Polster nicht verschmutzten. Deshalb wurde eigens im Kaufvertrag festgehalten, die Polstergarnitur werde zum Schutz gegen Flecken imprägniert. Auf die Imprägnierung gab es fünf Jahre Garantie.

Jeder versierte Möbelverkäufer wisse, dass eine Imprägnierung keinen Schutz gegen das Abfärben nicht farbechter Kleidung biete, so das OLG. Also hätten die Mitarbeiter des Möbelhändlers den Kunden darüber informieren müssen, dass die Möbel über kurz oder lang (deutlich sichtbare und nicht zu beseitigende) Flecken durch Farbabrieb bekommen würden. Dann hätte der Kunde die Couchecke sicher nicht gekauft, schon um nicht jeden Gast nach der Qualität seiner Kleidung befragen zu müssen.