Fehlerhafter Prospekt eines Immobilienfonds

Fonds-Gesellschafterinnen müssen Anlegern Schadenersatz zahlen

onlineurteile.de - Anleger hatten sich an einem geschlossenen Immobilienfonds beteiligt und ihr Geld verloren. Sie verklagten Gründungsgesellschafterinnen des Fonds auf Schadenersatz. Beim Landgericht München I setzten sie sich weitgehend durch (28 O 12457/09 u.a.). Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass der Fondsprospekt fehlerhaft gewesen war und die Anleger kein Kapital investiert hätten, wenn sie über das Anlagerisiko richtig informiert worden wären.

Im Prospekt stehe, dass sich der Kaufpreis für ein Fonds-Anlageobjekt - eine große Berliner Immobilie - je nach der kalkulierten Miete ändern könne. Vom Kaufpreis hing die Höhe der Rendite ab. Die Kehrseite werde im Prospekt verschwiegen: Wenn kein Mieter gefunden werden konnte, wenn also Null Mieteinnahmen erzielt wurden - dann war der volle Kaufpreis zu zahlen.

In diesem Fall - der dann auch eintrat - rückte für die Fondsanleger die erhoffte Rendite in weite Ferne ... Eine solche Konstellation sei im Prospekt jedoch nicht einmal als fernliegende Möglichkeit ("worst case") erwähnt. Statt dessen werde ausdrücklich betont, dass der Kaufpreis, je nach dem Ergebnis der Bemühungen um einen Mieter, auch sinken könne.

Deshalb schuldeten die Fonds-Gesellschafterinnen den Anlegern Schadenersatz. Bei dessen Höhe müssten sich die Anleger allerdings Ausschüttungen und steuerliche Vorteile durch Abschreibungen anrechnen lassen.