Ferienwohnung auf Korfu ...

… lag weder direkt am Strand, noch gab es einen Supermarkt in der Nähe

onlineurteile.de - Den Sommerurlaub wollte eine Münchnerin mit ihren zwei Töchtern auf der Insel Korfu verbringen. Sie buchte für zwei Wochen eine Ferienwohnung und zahlte dafür 2008 Euro. Beim Reiseunternehmen hatte die Frau ausdrücklich erklärt, sie akzeptiere nur ein Appartement direkt am Strand. Außerdem sollte unbedingt ein Supermarkt oder andere, gute Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe sein, weil sie für die Familie kochen wollte. Beides wurde der Kundin vom Reiseunternehmen zugesichert.

Doch vor Ort sah es dann ganz anders aus. Das Appartement war schon vergeben ("überbucht"). Die Mitarbeiter des Reiseunternehmens quartierten die Familie in einer anderen Wohnung ein, die mindestens 250 Meter vom Strand entfernt lag. Auch das Einkaufen erwies sich als schwierig: Zu Fuß zu erreichen war nur ein Minimarkt mit sehr bescheidenem Angebot. Also musste die Familie öfter zum Essen gehen als geplant.

Die Münchnerin reklamierte diese Mängel schon auf der griechischen Insel. Nach dem Urlaub verlangte sie vom Reiseunternehmen einen Teil des Reisepreises zurück und darüber hinaus Schadenersatz für zusätzliche Verpflegungskosten. Zu Recht, wie das Amtsgericht München entschied (244 C 15777/12).

Die Kundin habe unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass sie nur eine Wohnung direkt am Strand buchen wolle. Nur eine direkte Strandlage ermögliche spontanes und unkompliziertes Schwimmen im Meer. Liege die Unterkunft weiter entfernt, müssten die Urlauber zu Fuß gehen und sich entsprechend kleiden. Erheblich sei dieser Mangel nicht, trübe aber doch den Urlaubsgenuss. Die Kundin dürfe deswegen den Reisepreis um fünf Prozent mindern.

Da die Kundin offenkundig großen Wert auf Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel legte, stelle es auch einen Mangel dar, wenn sich in 800 Metern Entfernung nur ein Minimarkt befinde. Ein Minimarkt biete nur wenig Auswahl und sei nicht vergleichbar mit einem Supermarkt oder dem Angebot mehrerer Einzelhändler in einem Ort. Mit dem Warenangebot eines Minimarkts könne man eine Familie nicht über zwei Wochen in zumutbarer Weise verpflegen. Schadenersatz für die Kosten nicht eingeplanter Restaurantbesuche stehe der Kundin daher ebenfalls zu.

Schließlich könne die Münchnerin den Reisepreis um weitere 15 Prozent mindern, weil sie vom Reiseunternehmen erst bei der Ankunft erfahren habe, dass die gebuchte Unterkunft nicht zur Verfügung stand. Darüber hätte man die Kundin früher informieren müssen.