Fest im Kindergarten

Handy geht zu Bruch - Verletzung der Aufsichtspflicht?

onlineurteile.de - Alles stimmte beim Fest im Kindergarten: Die Sonne schien, die Kinder tobten sich auf dem Spielplatz aus und die Eltern mussten sich um nichts kümmern. Im Freien waren für sie Biertische und Bänke aufgestellt. "Passt aber im Biergarten auf", sagte die Kindergartenleiterin, damit nicht Gläser und Geschirr zu Bruch gehen.

Das Geschirr blieb heil, doch ein Handy musste dran glauben: Eine Mutter hängte ihre Umhängetasche mit dem Handy (Neupreis 329 Euro) an eine Biergartenbank und ging mit ihren Kindern zum Würstlstand. Da begann ein sechsjähriger Junge, auf der Bank herum zu turnen. Sie fiel um - und genau auf die Tasche. Das Handy war kaputt.

Da hätten die Eltern des kleinen Übeltäters besser aufpassen müssen, meinte die Handybesitzerin. Doch das Amtsgericht München wies die Klage auf Schadenersatz ab (233 C 16808/05). Die Eltern des Jungen hätten ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt. Sie seien keineswegs verpflichtet, ein fast sieben Jahre altes Kind während eines Kindergartenfestes auf Schritt und Tritt zu überwachen. Die Ansicht der Klägerin, dass im "Biergartenbereich" besondere Gefahren lauerten, sei geradezu lebensfremd.