Festbesucher fällt über Tuba

Miete für ein Ersatzinstrument während der Reparatur muss der Schädiger nicht übernehmen

onlineurteile.de - Die Blaskapelle bestand nicht aus Musikprofis, die Musiker traten nur zwei oder drei Mal im Monat bei Festveranstaltungen auf. Im Sommer 2005 fand so ein Auftritt in einem großen Hof im Freien statt. In der Pause stellte ein Musiker seine Tuba an einer Hauswand ab und besorgte sich etwas zu Trinken. Da stolperte ein Festbesucher, fiel in vollem Schwung auf das "geparkte" Instrument und beschädigte es. Die private Haftpflichtversicherung des Unglücksraben zahlte nach einem Urteil des Amtsgerichts 2.320 Euro für die Reparatur, die 3.480 Euro kostete.

Die Klage des Freizeitmusikers auf Ersatz für den Nutzungsausfall des Blasinstruments wurde vom Landgericht Hildesheim abgewiesen (7 S 303/06). Er müsse sich mit den 2.320 Euro zufriedengeben, so die Richter. Das Urteil des Amtsgerichts gehe in Ordnung, weil sich der Musiker ein Mitverschulden an dem Schaden ankreiden lassen müsse. Während eines Festes, auf dem reichlich Alkohol ausgeschenkt werde und fröhliches Treiben herrsche, dürfe man so ein wertvolles Instrument nicht mitten im Gewühl abstellen. Wegen dieses Leichtsinns müsse der Musiker ein Drittel der Reparaturkosten selbst tragen.

Entschädigung für die Miete eines Ersatzinstruments stehe dem Musiker nicht zu, weil der Ausfall der Tuba für ihn keinen Vermögensschaden darstelle. Auch wenn die Blaskapelle regelmäßig auftrete, bleibe Musik für die Beteiligten dennoch eine Freizeitaktivität. Wie viel Geld der Tubaspieler damit verdiene, sei unklar geblieben - jedenfalls wirke sich das Spielen auf der Tuba nicht nachhaltig auf seinen Lebensstandard aus. Er müsse zwar viel üben und habe deshalb während der Reparatur Ersatz ausgeliehen. Dass er sein Instrument nicht so lange missen mochte, sei jedoch eine Frage der subjektiven Wertschätzung; dadurch werde aus dem Schaden kein bezifferbarer finanzieller Verlust.