Festpreis vereinbart?

Unternehmer will nach Aufwand abrechnen

onlineurteile.de - Wenn es um eine Handwerker-Rechnung geht, berufen sich Kunden häufig darauf, sie hätten einen Festpreis vereinbart, denn das kommt billiger. Das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz hat anlässlich eines derartigen Streits zwischen Unternehmer und Auftraggeber die Rechtslage erläutert (5 W 21/04): Das Gesetz sieht es als Regel an, dass bei einem Handwerkervertrag eine feste Vergütung vereinbart wird. Wer - wie hier der Handwerker - etwas davon Abweichendes behauptet, muss das beweisen.

Allerdings müsse auch der Auftraggeber genau darlegen, so das OLG, wo und wann und zwischen welchen Personen ein Festpreis vereinbart wurde. Sonst wäre es für die Kunden zu leicht, den sauer verdienten Handwerkerlohn zu schmälern. Im konkreten Fall hatte der Kunde genügend Details vorgetragen, dem OLG erschien seine Version glaubwürdig. Dagegen gelang dem Handwerker der Nachweis nicht, dass nach Aufwand abgerechnet werden sollte. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als sich mit dem Preis von 5.800 Euro abzufinden, den sein Auftraggeber als vereinbarten Festpreis benannte.