Finanzgericht lädt Steuerberater als Zeugen

200 Euro Ordnungsgeld für Nichterscheinen vor Gericht

onlineurteile.de - Bei einem Finanzstrafverfahren sollte ein Steuerberater als Zeuge aussagen. Der Steuerberater teilte dem Finanzgericht mit, er könne wegen anderer Verpflichtungen nicht kommen. Der Verhandlungstermin wurde jedoch aufrechterhalten - und der Steuerberater glänzte durch Abwesenheit. Das Gericht brummte ihm dafür 200 Euro Ordnungsgeld auf.

Dagegen legte der Mann Beschwerde ein und behauptete, er sei "ohnehin wegen einer Krankheit nicht reisefähig" gewesen. Damit kam er beim Bundesfinanzhof allerdings nicht durch (I B 55/07). Entschuldigungsgründe, die nicht im Vorfeld des Termins, sondern nachträglich vorgetragen werden, müssten unberücksichtigt bleiben, so die Finanzrichter.

Auch die Höhe der Geldstrafe gehe in Ordnung. Die Pflicht, als Zeuge auszusagen, gehe anderen privaten oder beruflichen Pflichten vor. Ein Steuerberater müsse in besonderem Maße seine Verpflichtungen in Finanzverfahren erfüllen.