Fitness-Sandalen bewirken keine Wunder

Warenhaus behauptet gesundheitsfördernde Effekte: Irreführende Werbung

onlineurteile.de - In einem Reklameblatt pries ein Warenhaus Fitness-Sandalen an und geizte nicht mit vollmundigen Versprechungen: Die Sandalen könnten helfen, "Cellulite vorzubeugen" und die "Muskulatur zu kräftigen". Obendrein unterstütze die "runde Sohlenform ... die natürliche Rollbewegung des Fußes" und eine gute Haltung. Neben dem Text demonstrierte eine Abbildung grafisch die "erhöhte Muskelaktivität" in den Beinen.

Ein Verein zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs forderte vom Warenhaus, diese Werbung zu unterlassen. Sie operiere mit unrichtigen Aussagen. Die Kritik wurde von einem gerichtlichen Sachverständigen bestätigt, der in seinem Gutachten zu dem gleichen Schluss kam: Die von der Reklame behaupteten positiven Wirkungen seien wissenschaftlich nicht bewiesen.

Deshalb verbot das Oberlandesgericht Koblenz die Werbung, ebenso wie schon das Landgericht Mainz (9 U 922/12). Wer gesundheitsfördernde Effekte eines Produkts verspreche und damit für das Produkt werbe, müsse diese Wirkungen mit medizinischen Erkenntnissen belegen können. Die Aussagen müssten richtig, eindeutig und klar sein. Dass das Tragen der Sandalen nachhaltig die Fitness des Benutzers befördere, sei jedoch nicht erwiesen. Also täusche die Werbung die Verbraucher.