Fitnessclub-Vertrag

Nicht immer dürfen Mitglieder wegen einer langen Krankheit fristlos kündigen

onlineurteile.de - Im März 2005 wurde eine Frau Mitglied in einem Fitnessclub. Ein halbes Jahr später kündigte sie das Vertragsverhältnis fristlos. Begründung: Sie leide an einer chronischen Darmentzündung ("Morbus Crohn") und könne das Fitnessstudio nicht mehr nützen. Kraftsport sei mit dieser Krankheit unvereinbar. Der Inhaber des Studios wollte von der Kündigung nichts wissen und klagte die Mitgliedsbeiträge ein, die bis zum Ende der Vertragslaufzeit anfielen.

Im Prinzip könnten Kunden in solchen Fällen fristlos kündigen, betonte das Amtsgericht Hamburg (509 C 117/07). Doch hier liege der Fall anders. Denn die chronische Krankheit der Kundin sei nach ihrem eigenen Vortrag schon vor etwa zehn Jahren diagnostiziert worden. Schon vor dem Vertragsschluss mit dem Studio seien Symptome aufgetreten, die jetzt den Sport zur Quälerei machten.

Wer angesichts solcher Umstände einen Vertrag mit einem Fitnessstudio unterschreibe, gehe bewusst das Risiko ein, die Leistung nicht mehr in Anspruch nehmen zu können. Dieses Risiko müsse er dann auch tragen. Die Kundin könne sich nicht darauf berufen, dass sich ihre Symptome erst nach dem Vertragsschluss verschlimmerten. Bei chronischen Leiden wie diesen liege so eine Entwicklung immer im Bereich des Möglichen; damit müsse man vernünftigerweise rechnen.