Fleisch im Supermarkt falsch etikettiert

Supermarktkette darf dem Metzgermeister fristlos kündigen

onlineurteile.de - Am nächsten Tag hätte das industrieverpackte Grillfleisch, das im Supermarkt auf Käufer wartete, das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten. Das wollte der Metzgermeister nicht abwarten. Er wurde aktiv und packte das Fleisch um in Verpackungen des Supermarkts. Darauf klebte der Metzger Etiketten, auf denen ein neues, um drei Tage verlängertes Mindesthaltbarkeitsdatum stand.

Als die Arbeitgeberin davon erfuhr, kündigte sie dem Arbeitnehmer fristlos. Zu Recht, entschied das Landesarbeitsgericht Nordrhein-Westfalen, und wies die Kündigungsschutzklage des Metzgers ab (5 Sa 1323/08). Hier handle es sich um eine Straftat: Die Kunden würden getäuscht, damit der Supermarkt nicht auf dem Fleisch "sitzen bleibe".

Und das nicht zum ersten Mal: Das Arbeitsverhältnis war aus dem gleichen Grund schon einmal aufgelöst und die Kündigung später wieder zurückgenommen worden. Seinerzeit hatte der Metzger versprochen, künftig die gesetzlichen und betrieblichen Vorschriften einzuhalten. Davon könne keine Rede sein, so die Richter, habe der Arbeitnehmer doch in der Verhandlung ausdrücklich erklärt, er habe fast jede Woche Fleischpackungen umetikettiert.

Daher müsse man davon ausgehen, dass ihm jedes Verantwortungsgefühl für die Gesundheit der Kunden fehle. Für die Arbeitgeberin bedeute das die Gefahr eines massiven Image-Schadens. Trotz der langen Betriebszugehörigkeit des Angestellten - immerhin 27 Jahre - sei deshalb die fristlose Kündigung wirksam.