"Flughafenzuschläge vorbehalten"

In gewissen Grenzen sind in Reisekatalogen "flexible Preisangaben" zulässig

onlineurteile.de - Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs beanstandete Preisangaben in Prospekten bzw. Katalogen des Reiseveranstalters TUI. Für jede Reise an die Costa del Sol war - verschieden je nach Hotel, Zimmerkategorie und Reisezeit - ein Pauschalreise-Grundpreis angegeben.

Dieser Grundpreis könne sich "je nach Buchungszeitpunkt und Abflughafen um 50 Euro pro Flugstrecke erhöhen oder ermäßigen", so der Katalogtext weiter. Die Kunden könnten tagesaktuell beim Reisebüro erfragen, wieviel letztlich zu zahlen sei. Nach Ansicht der Wettbewerbshüter war das unzulässig: Verbraucher könnten den Prospekten und Katalogen keinen verbindlichen Reisepreis entnehmen.

Der Bundesgerichtshof fand die Werbung jedoch unbedenklich (I ZR 23/08). "Preisanpassungsvorbehalte" seien grundsätzlich zulässig, erklärten die Bundesrichter. Das ermögliche den Reiseveranstaltern bei Katalogangeboten eine größere (Preis-)Flexibilität, wie sie z.B. im Internetvertrieb schon fast selbstverständlich sei.

TUI habe sich nur eine geringfügige Preisänderung (plus/minus 50 Euro pro Flugstrecke) vorbehalten und nur in Bezug auf Flughafenzuschläge bzw. Flughafenabschläge. Der Katalog weise außerdem sehr deutlich darauf hin, dass die endgültigen Preise - in diesem Rahmen - schwankten.