"Flunkerfürst" und "Schlitzohr"

Rechtsanwalt wehrt sich gegen abfällige Äußerungen auf der Internet-Startseite eines Kollegen

onlineurteile.de - Im Rechtsstreit um eine Internet-Domain hatte Rechtsanwalt X behauptet, diese könne nur 20 alphabetische Zeichen umfassen. Der gegnerische Anwalt Y wusste es besser und bezeichnete X deswegen als "Flunkerfürst" und "Schlitzohr". Doch damit nicht genug: Die Schriftsätze veröffentlichte Y auch noch auf seiner Website.

Dagegen setzte sich Rechtsanwalt X zur Wehr und hatte beim Landgericht Hamburg Erfolg (324 O 819/03). Dem Anwalt werde nachgesagt, der Spitzname "Flunkerfürst" passe zu ihm und er sei ein "Schlitzohr". Das bedeute, er sage regelmäßig und in gewichtigem Umfang die Unwahrheit, stellten die Richter fest. Gemessen am Anlass sei der Vorwurf abwegig. Durch einen Blick in die Registrierungsrichtlinien der DENIC sei die Angelegenheit aufzuklären - nicht gerade ein raffiniertes Täuschungsmanöver!

Das Ganze sei nur ein Irrtum von X gewesen, das rechtfertige kein "Unwerturteil" und erst recht keine Beleidigung. Y gehe es nicht um die Sache, sondern in erster Linie darum, den Kollegen als Person herabzusetzen und in seiner Ehre zu treffen. Da Anwalt Y die beanstandeten Schriftsätze im Internet veröffentlicht habe - also außerhalb des Rechtsstreits -, könne er sich auch nicht darauf hinausreden, er nehme nur die Rechte seines Mandanten wahr. Y müsse die einschlägigen Äußerungen auf seiner Website streichen und dürfe sie nicht wiederholen.