Fotograf überlässt Illustrierter Prominentenfotos

Jahre später klagt er auf mehr Honorar und Schadenersatz

onlineurteile.de - 1991 hatte ein Profi-Fotograf Modeaufnahmen von einem Fotomodell gemacht, das später Jürgen Klinsmann heiratete, den Ex-Fußballer und mittlerweile Ex-Bundestrainer. Gegen ein Honorar von 3.000 DM überließ der Fotograf Jahre später sechs Original Farbdias aus dieser Serie einer großen deutschen Illustrierten. Angeblich nur zur einmaligen Nutzung, ein Foto erschien 1998. Die Dias erhielt der Fotograf nie zurück, was ihn jahrelang nicht kümmerte.

Erst als Jürgen Klinsmann 2004 Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wurde, die Illustrierte darüber berichtete und ein weiteres Foto von Frau Klinsmann veröffentlichte, witterte der Fotograf das große Geschäft. Das Abdruckhonorar von 100 Euro, das er 2004 unverhofft für die Publikation des Fotos bekam, genügte ihm bei weitem nicht. Der Mann verlangte vom Zeitschriften-Verlag 5.240 Euro für den Abdruck und Rückgabe der sechs Dias. Im Verlag waren die Fotos allerdings nicht mehr auffindbar. Nun klagte der Mann auf 20.000 Euro Schadenersatz für den Verlust.

Doch das Landgericht München I ließ ihn abblitzen (21 O 7834/05). So einzigartig und wertvoll, wie der Fotograf meine, seien die Fotos von 1991 nun auch wieder nicht. Mit der Zahlung des üblichen Abdruckhonorars habe die Illustrierte ihre Schuldigkeit getan. Nicht einmal der Fotograf selbst habe sich mehr für die alten Aufnahmen interessiert: Zwischen 1998 und 2004 habe er keinen einzigen Versuch unternommen, die Dias zurückzubekommen. Also könne man getrost davon ausgehen, dass er die Fotos 1991 der Illustrierten für 3.000 DM übereignet habe. Damit scheide ein Anspruch auf Rückgabe bzw. Schadenersatz aus. (Der Fotograf hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.)