Für hohe Monatsrendite spekuliert

Zur Beratungspflicht der Banken bei Investmentfonds-Anlagen

onlineurteile.de - Der Mann hatte sein Wohnhaus verkauft und 400.000 DM Bares auf der Hand. Das Geld wollte er so anlegen, dass er monatlich 4.000 DM entnehmen konnte. Er fragte zunächst bei verschiedenen Geldinstituten nach. Dann eröffnete er Anfang 2001 bei einer Bank Fondsdepots: 240.000 Mark in einem Mischfonds aus Rentenpapieren, Immobilienfondsanteilen und Aktien; 160.000 Mark in einem Aktienfonds (vor allem Aktien Neuer Märkte). Die Fondswerte gingen schon kurz darauf in den Keller. Als der Anleger seine Fondsanteile im Sommer 2001wieder verkaufte, hatte er 55.226 Euro verloren. Dafür machte er die Bank verantwortlich.

Das Oberlandesgericht Köln wies seine Klage auf Schadenersatz jedoch ab (13 U 2/03). Die Wunschvorstellung des Klägers, 4.000 DM monatlich zu kassieren und zugleich das Anlagekapital von 400.000 DM sicher anzulegen, sei "hoffnungslos unrealistisch". Mit einer konservativen Anlageform sei keine Rendite von 12% monatlich zu erzielen, das hätte sogar einem Laien in Gelddingen auffallen müssen. In einer Kreissparkasse habe man dem Mann sogar explizit gesagt, dass eine solche Rendite nur mit riskanten Anlageformen zu erreichen sei. Er habe also gewusst, dass die gewünschte Rendite nicht "garantiert" war und er im Gegenteil mit starken Kursschwankungen und eventuell auch mit Verlusten zu rechnen hatte.

Dass die Bank ihn falsch beraten, beim Fondserwerb die Risiken der Anlage verharmlost und Sicherheit versprochen hatte, konnte der Kläger nicht beweisen. Angesichts seiner widersprüchlichen Anlageziele "Liquiditäts-

sicherung - Altersversorgung - Laufende Entnahmen - Spekulation" habe ihm die Bank nicht unbedingt von einer Wertpapieranlage abraten müssen, erklärten die Richter. Zudem habe der Kunde Kapitalerlöse aus einem Unternehmensverkauf angedeutet und behauptet, er könne jederzeit mit Lebensversicherungen "Löcher stopfen".