Fußballer als Humankapital

Ablösesummen sind von den Vereinen steuerlich wie Wirtschaftsgüter abzuschreiben

onlineurteile.de - Ein Bundesliga-Fußballclub wollte entgegen der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) die Ablösesummen, die er für den Wechsel von Spielern an andere Vereine überwiesen hatte, sofort steuerwirksam als Betriebsausgaben absetzen. Fußballer wie Wirtschaftsgüter "abzuschreiben" und quasi als "Humankapital" in die Bilanz einzustellen, sei verfassungswidrig, meinte der Verein.

Diesen Einwand wies der BFH zurück (I R 108/10). Man könne natürlich die Methoden auf dem Markt für Lizenzspieler als dubios und sittenwidrig ansehen. Solange sie jedoch gängige Praxis und rechtlich zulässig seien, verstoße der steuerliche Umgang damit — der an eben diese Methoden anknüpfe — nicht gegen die Verfassung.

Auf dem Markt für Fußballprofis werde eingekauft und verkauft. Mit dem Einkauf sichere sich ein Club die Möglichkeit, einen bestimmten Spieler exklusiv einzusetzen. Diese Möglichkeit stelle — steuerrechtlich betrachtet — eine vermögenswerte Position dar, die der Verein in seiner Bilanz berücksichtigen müsse. Die dafür gezahlte Ablösesumme sei als (immaterielles) Wirtschaftsgut in der Bilanz auszuweisen und entsprechend der Vertragslaufzeit abzuschreiben.