Fußballvereine bitten Rundfunksender zur Kasse

Für Berichterstattung aus den Stadien dürfen sie Entgelt verlangen

onlineurteile.de - Zwei Fußballvereine - Hamburger Sportverein (HSV) und FC St. Pauli - stritten mit Radio Hamburg. Bis zur Saison 1999/2000 hatten die Vereine nur für Fernsehübertragungen Gebühren verlangt, für die Radioberichterstattung aus den Stadien nicht. Danach wollten sie auch für Hörfunkberichte und Übertragung ins Internet Entgelt kassieren. Mehr als Aufwendungsersatz für technische Dienstleistungen der Vereine müssten Rundfunksender nicht zahlen, so der Standpunkt von Radio Hamburg.

Dem widersprach der Bundesgerichtshof (KZR 37/03). Reporter nutzten ihre Eintrittskarten für die Spiele viel intensiver als normale Zuschauer oder Vertreter der Printmedien, also müssten sie auch mehr zahlen. Radio Hamburg beanspruche für seine Reporter eigene Plätze, die Teilnahme an allen Pressekonferenzen, Zutritt zu den Mixed-Zonen (= Interviewräume, zu denen Spieler und Journalisten Zugang haben) und technische Dienste für die Übertragung. Müssten die Vereine Rundfunkübertragungen von Bundesligaspielen kostenlos ermöglichen, würde man die wirtschaftliche Verwertung ihrer Leistungen unzulässig einschränken.