Futter für toten Hund

Lieferantin des Hundefutters liefert hartnäckig weiter und besteht auf Zahlung

onlineurteile.de - Eine Münchnerin musste im Sommer 2003 von ihrem Liebling Abschied nehmen, der 11-jährigen Schäferhündin "Isy". Das Tier war an einem Tumor gestorben. Das teilte die Frau schriftlich der langjährigen Lieferantin des Hundefutters mit und bat, die Lieferungen einzustellen. Die Firma ignorierte jedoch das Schreiben und sandte der Frau unbeirrt weiterhin Tiernahrung zu, obwohl die Rechnungen (insgesamt 238 Euro) nicht bezahlt wurden.

Nach jeder Lieferung wandte sich die Münchnerin erneut an die Firma und erinnerte daran, dass sie kein Hundefutter mehr benötigte. Im Winter kam zwar kein Hundefutter mehr, dafür aber ein Mahnbescheid: Ein Betrag von 238 Euro für Tiernahrung stehe noch aus. Schließlich erwirkte die Firma sogar einen Vollstreckungsbescheid, gegen den die Frau mit Erfolg Einspruch einlegte. Das Amtsgericht München stoppte die Zwangsvollstreckung. Doch dann holte die Firma zum nächsten Schlag aus: Sie beantragte einen Pfändungsbeschluss.

Daraufhin wurde das Bankkonto der Frau gesperrt, so dass sie tagelang nicht mehr über ihr Geld verfügen konnte. Nun reichte es dem Münchner Amtsrichter. Er forderte die Firma auf, schriftlich ihren Anspruch zu begründen. Außerdem hob der Richter den Pfändungsbeschluss auf (173 C 38491/05) und informierte die Bank darüber, dass sie diese Anordnung nicht ignorieren dürfe. Andernfalls müsste sie ihrer Kundin Schadenersatz zahlen. Das half: Die Bank gab das Konto wieder frei.

Die Hundefutter-Lieferantin mochte sich danach nicht mehr zur Sache äußern, der Amtsrichter wies ihre Zahlungsklage gegen die ehemalige Kundin ab.