Garagentor defekt

Mieter schreitet zur Selbsthilfe, weil der Vermieter nicht "greifbar" ist

onlineurteile.de - Ein Autofahrer hatte eine Garage in einer Eigentumswohnungsanlage gemietet. Das Holztor der Garage funktionierte und schloss nicht mehr richtig. Deshalb fürchtete der Mieter um sein Auto. In so einem Fall fordert normalerweise der Mieter vom Vermieter, den Mangel zu beheben. Doch mit dem Vermieter Kontakt aufzunehmen, war hier schwierig: Der Mieter hatte von ihm keine Adresse und keine Telefonnummer, sondern nur eine Kontonummer. Kurzerhand ließ er auf eigene Kosten das Tor austauschen.

Als der Vermieter Monate später doch einmal vorbeikam, wollte ihm der Mieter die für das Tor gezahlten 1.340 Euro abknöpfen. Darauf ließ sich der Vermieter nicht ein - zu Recht, wie das Amtsgericht Köln entschied (223 C 8/06). Schon möglich, räumte der Amtsrichter ein, dass es kompliziert gewesen sei, den Vermieter zu erreichen. Bevor der Mieter die Sache selbst in die Hand nehme, müsse er aber wenigstens versuchen, den Vermieter zu finden - nur dann habe er Anspruch auf Ersatz der Kosten.

Nachforschungen irgendwelcher Art habe der Mieter aber nicht angestellt. Er habe nicht einmal beim Kreditinstitut nachgefragt, das die Garagenmiete einziehe. Auch bei der Hausverwaltung der Wohnanlage habe er sich nicht nach Adresse und Telefonnummer des Vermieters erkundigt. Notfalls hätte der Mieter sogar die Mietzahlungen mindern oder einstellen können, um den Vermieter zur Kontaktaufnahme zu bewegen.

Nur wenn es unmöglich sei, den Vermieter zur Beseitigung eines Mangels aufzufordern, weil er trotz aller zumutbaren Bemühungen des Mieters nicht "greifbar" sei, dürfe der Mieter den Mangel selbst beseitigen und anschließend Kostenersatz vom Vermieter verlangen.