Gastwirt mit Steuerschulden

Die Stadt entzieht ihm wegen fehlender Zuverlässigkeit die Konzession

onlineurteile.de - Der Gastwirt hatte in der Mainzer Innenstadt ein kleines Lokal. Mit seinen Steuererklärungen nahm er es nicht genau. Als sein Schuldenberg beim Finanzamt auf einen fünfstelligen Betrag angewachsen war, schwärzten ihn die Finanzbeamten bei der Kommune an: Der Mann habe seit langem keine Steuervoranmeldung oder Steuererklärung abgegeben. Die Stadt solle seine Gaststättenerlaubnis widerrufen.

Die Stadt Mainz befolgte den Rat. Der Gastwirt wehrte sich gegen den Entzug der Konzession: Er habe die fehlenden Steuererklärungen mittlerweile nachgereicht und werde bald seine Schulden durch die Zahlung eines höheren Betrags reduzieren, versprach er. Doch das half nichts mehr.

Der Widerruf der Gaststättenerlaubnis sei rechtens, entschied das Verwaltungsgericht Mainz (6 L 18/11.MZ). Der Staat sei, um seine Aufgaben erfüllen zu können, auf den pünktlichen Eingang der Steuern angewiesen. Wer diese schuldig bleibe, schade der Allgemeinheit. Der Gastwirt habe seine steuerrechtlichen Pflichten vernachlässigt und sei nicht zuverlässig genug, um einen Gewerbebetrieb zu führen.

Auf die Ursache seiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten bzw. die Schuldfrage komme es hier nicht an. Dass der Gastwirt inzwischen Steuererklärungen abgegeben habe, rette die Konzession auch nicht. Denn er habe kein überzeugendes Konzept präsentiert, wie er dauerhaft wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erreichen bzw. wieder herstellen wolle.