Gebrauchtwagen defekt

Käuferin kann auch bei Rücktritt vom Kaufvertrag Entschädigung für den Nutzungsausfall verlangen

onlineurteile.de - Im April 2005 hatte eine Kundin beim Autohändler für 13.100 Euro einen gebrauchten Honda Jazz erstanden. Da ein Unfallschaden an der Vorderachse nur provisorisch "behoben" worden war, war der Wagen - für den Autofachmann erkennbar - nicht verkehrssicher. Aus diesem Grund trat die Kundin vom Kaufvertrag zurück und gewann danach den ersten Rechtsstreit: Der Autohändler musste den Kaufpreis zurückzahlen.

Darüber hinaus forderte die Frau vom Händler Ersatz für den Nutzungsausfall: Nach dem Kauf hatte sie den Honda 168 Tage lang nicht benutzt und erst dann einen Ersatzwagen gekauft. Im Prinzip stehe der Käuferin dafür Schadenersatz zu, bestätigte der Bundesgerichtshof (VIII ZR 145/09).

Habe der Verkäufer - wie hier - den Mangel zu vertreten und könne der Käufer allein wegen dieses Mangels mit dem Auto nicht fahren, habe der Kunde Anspruch auf finanziellen Ausgleich für den Nutzungsausfall. Dieser Anspruch bestehe auch dann, wenn der Kunde den Kauf wegen des Defekts rückgängig machen wolle.

Allerdings sei der Autokäufer dazu verpflichtet, den Schaden möglichst gering zu halten. Das bedeute: Er müsse innerhalb einer angemessenen Frist einen Ersatzwagen beschaffen und/oder einen längeren Nutzungsausfall gegebenenfalls überbrücken, indem er sich vorübergehend ein anderes Auto besorge.

Die Zeitspanne von 168 Tagen sei jedenfalls zu lange und nicht vertretbar. Mit diesem Problem müsse sich die Vorinstanz noch befassen und die Höhe des Schadenersatzes festlegen.