Gebrauchtwagen mit Vergangenheit ...

... als Mietauto: Kundin kann deshalb nicht vom Kauf zurücktreten

onlineurteile.de - Beim Autohändler hatte die Kundin für rund 19.000 Euro einen Gebrauchtwagen der Marke X gekauft. Was sie nicht wusste: Das Auto war ein Jahreswagen aus dem "Master Lease Pool" des Autoherstellers X. Im Nachhinein erklärte die Käuferin das zum Sachmangel, der einen Rücktritt vom Vertrag rechtfertige. Wenn sie davon vor dem Kauf erfahren hätte, hätte sie den Vertrag nicht unterschrieben.

Ein Mangel läge nur dann vor, so das Landgericht Kaiserslautern, wenn im Kaufvertrag eindeutig stünde, das Auto sei kein Mietwagen (2 O 498/08). Im Kaufvertrag sei die Rubrik "Mietwagen" jedoch gar nicht angekreuzt (weder "ja", noch "nein"). Der Autohändler habe sie über diese Eigenschaft des Wagens nicht ungefragt informieren müssen: Denn der Einsatz als Mietfahrzeug stelle keinen "atypischen Gebrauch" eines Autos mehr dar.

Mittlerweile werde ein immer größerer Anteil der fabrikneuen Fahrzeuge zunächst als Mietwagen eingesetzt, bevor man ihn an Privatpersonen verkaufe. Die Vorstellung, ein früheres Mietauto sei weniger wert, weil "sorglos benutzt" und eventuell auch falsch gefahren, gehe fehl: Das Risiko unsachgemäßen Gebrauchs sei hier nicht höher als bei privat gefahrenen Wagen. Die könnten ebenfalls von ungeübten oder sorglosen Fahrern benutzt werden.

Um einen hohen Verkaufspreis zu erzielen, würden Mietfahrzeuge von Herstellern oder Mietwagenfirmen mindestens ebenso regelmäßig gewartet wie Privatautos. Der Verschleiß hänge nicht von der Eigenschaft als Mietwagen oder als Privatwagen ab, sondern in erster Linie von der Anzahl der gefahrenen Kilometer. Und über den Tachostand habe die Käuferin Bescheid gewusst, deshalb könne sie das Auto nicht zurückgeben.