Gebrauchtwagenkäufer zahlte für Reparatur ...

... die der Verkäufer kostenlos hätte durchführen müssen: Er bekommt das Geld zurück

onlineurteile.de - Im April hatte der Mann beim Autohändler einen gebrauchten Mercedes (Laufleistung: rund 60.000 Kilometer) gekauft. Einige Monate und 12.000 Kilometer später gab das Automatikgetriebe seinen Geist auf. Der Händler tauschte das Getriebe aus. Nach der beim Kauf vereinbarten Gebrauchtwagengarantie musste der Käufer bei einer Reparatur 30 Prozent der Materialkosten übernehmen. Der Kunde zahlte 1.071 Euro.

Kurze Zeit später meldete er sich wieder beim Händler und verlangte den Betrag zurück: Er habe nur gezahlt, weil er die Rechtslage falsch eingeschätzt habe. Der Händler hätte den Getriebeschaden aufgrund seiner gesetzlichen Gewährleistungspflicht für Mängel kostenlos beseitigen müssen. Der Bundesgerichtshof gab dem Käufer Recht (VIII ZR 265/07).

Laut Sachverständigengutachten hätten derartige Getriebe normalerweise eine Fahrleistung von 259.000 Kilometern. Der Defekt sei daher auf einen vorzeitigen übermäßigen Verschleiß zurückzuführen, der (im Unterschied zu normalem Verschleiß) einen Sachmangel des Gebrauchtwagens darstelle. Infolgedessen könne der Käufer kostenlose Nachbesserung verlangen.

Ob der Schaden schon beim Kauf vorlag, habe man zwar nicht mehr klären können, weil das Getriebe unauffindbar gewesen sei. Das ändere aber nichts: Denn wenn ein Mangel innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf eintrete, werde zu Gunsten des Käufers angenommen, dass er schon bei der Übergabe der Kaufsache vorhanden war.