Gefährlich gestapelte Getränkeflaschen

Kundin verletzt sich im Kaufhaus beim Herausziehen einer Flasche

onlineurteile.de - In einem Selbstbedienungs-Kaufhaus stellte sich die Selbstbedienung als gefährlich heraus, zumindest bei den Getränken. Getränkeflaschen wurden nämlich in aufgeschnittenen und auf Regalböden übereinander gestapelten Kartons angeboten. Eine Kundin zog eine Glasflasche aus einem Karton, der in etwa 180 cm Höhe im Regal auf einem anderen offenen Karton lag - da flogen gleich noch zwei Flaschen hinterher und knallten der Frau auf den Fuß. Mitarbeiter des Kaufhauses alarmierten einen Krankenwagen, der die Verletzte in eine Klinik brachte. Sie forderte Entschädigung vom Inhaber des Kaufhauses.

Zu Recht, wie das Landgericht Trier entschied (1 S 36/05). Aufgeschnittene Kartons seien an sich schon instabil. Nähmen Kunden Flaschen aus der unteren Kartonreihe, stünden die oberen nicht mehr sicher, was der Kunde erst einmal gar nicht bemerke. Nur besonders große Kunden könnten in der Höhe sehen, wie die hinteren Flaschen in den Kartons aufgestellt seien und ob durch das Herausziehen einer Flasche die anderen gefährdet werden.

Das Kaufhaus müsse die Arztkosten von 115 Euro ersetzen und der Frau 600 Euro Schmerzensgeld zahlen, weil die Verantwortlichen ein Risiko für die Kunden geschaffen hatten. In einem Selbstbedienungsladen müssten die Waren so aufgestellt sein, dass durchschnittliche Kunden jedes gewünschte Produkt problemlos erreichen könnten.