Gefährliche Spiele am Pool

Reiseveranstalter ist auch für die Reiseleistung "Animation" verantwortlich

onlineurteile.de - Im Feriendorf eines Reiseveranstalters bemühten sich Animateure darum, die "all-inclusive"-Urlauber mit Spielen bei Laune zu halten. Am Pool veranstalteten sie einen Sprung-Wettbewerb, der ein übles Ende nahm. Einer der Teilnehmer verletzte sich, weil er nach einem Kopfsprung am Grund des Schwimmbeckens aufkam. Der Urlauber verklagte den Reiseveranstalter auf Schadenersatz, der jedoch wies jede Schuld von sich: Die Animateure hätten alles im Griff gehabt, nur der Urlauber habe sich nicht an Spielregeln und Instruktionen gehalten.

Dem widersprach das Oberlandesgericht Karlsruhe entschieden (7 U 221/02). Die Teilnehmer des Spiels sollten in einem Bereich in den Swimming-Pool springen, in dem das Wasser nicht sehr tief sei. Das sei gefährlich, auch wenn die Animateure demonstrierten, wie man richtig springe. Es spiele keine Rolle, dass sportliche Schwimmer bzw. Springer dieses Risiko leicht meisterten. Urlauber seien nicht alle sportlich, einige vielleicht ungeübt und ungeschickt. Also dürfe man bei dieser Wassertiefe kein Sprung-Spiel durchführen.

Wenn Animation zu den Reiseleistungen eines Veranstalters gehöre, sei er dafür auch verantwortlich: Er müsse das Personal sorgfältig auswählen und regelmäßig kontrollieren, ob die Veranstaltungen niemanden gefährdeten. Das sei hier offenbar unterblieben. Allerdings sei dem Urlauber Mitverschulden an dem Unfall anzukreiden: Da die zuvor gesprungenen Gäste kurz im Pool standen, habe er genau gesehen, wie seicht das Wasser war. Dennoch habe er den Sprung gewagt. Daher müsse ihm der Reiseveranstalter nur zwei Drittel der Behandlungskosten ersetzen.