Gefahr für Berufsfreiheit junger Fußballer

Ausbildungsentschädigung für Nachwuchsspieler auf dem Prüfstand

onlineurteile.de - Ein Fußballverein trennte sich von fünf jungen Spielern. Gemäß Spielordnung des Deutschen Fußballbunds (DFB) verlangte er von ihrem zukünftigen Verein Ausbildungsentschädigung von 7.697 Euro: Jeder Verein, so heißt es im Regelwerk des DFB, der einen Amateur vor dessen 23. Geburtstag als "Nichtamateur ohne Lizenz" unter Vertrag nimmt, hat dafür einen finanziellen Ausgleich zu zahlen (entsprechend der Spielklasse der beteiligten Vereine). Im konkreten Fall hielt der übernehmende Verein die Klausel für grundgesetzwidrig und verweigerte die Zahlung.

Die Klausel verletze das Recht der Fußballspieler auf Berufsfreiheit, bestätigte das Oberlandesgericht Oldenburg (9 U 94/04). Die Richter erklärten die Klausel für nichtig und wiesen die Zahlungsklage ab. Die Ausbildungsentschädigung halte interessierte Vereine davon ab, Nachwuchsspieler zu beschäftigen - vor allem dann, wenn sie das Jahresgehalt der Spieler übersteige.

Wolle ein junges Talent, das von einem Bundesligaverein frühzeitig entdeckt und gefördert wurde, in die Oberliga wechseln, werde ein Betrag von 10.000 Euro fällig - für einen Oberligaverein ein hoher Betrag. So mancher junge Spieler, der sich bei einem Bundesligisten (noch) nicht durchsetzen könne, habe aber ein vitales Interesse, seine Karriere in einer unteren Liga voranzubringen. Die hohe Entschädigung erschwere den Wechsel erheblich und schränke auf diese Weise (im finanziellen Interesse der Vereine) die Berufsausübung junger Spieler unverhältnismäßig ein.