Geleastes Luxusauto bei Unfall beschädigt

Bei einer Laufleistung von 4.232 km wird nicht auf Neuwagenbasis abgerechnet

onlineurteile.de - Genau einen Monat konnte sich der Geschäftsführer einer GmbH an dem Luxuswagen freuen, den die Firma für ihn geleast hatte (Neupreis: knapp 95.000 Euro). Am 7. Dezember 2010 wurde das Auto erstmals zugelassen, am 7. Januar 2011 bei einem Verkehrsunfall schwer beschädigt. Da hatte der Wagen 4.232 km auf dem Tacho.

Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers ersetzte die Reparaturkosten von 22.375 Euro. Doch die GmbH verlangte von ihr, den Sachschaden auf Neuwagenbasis abzurechnen.

Die Firma hatte bereits einen gleich ausgestatteten Neuwagen bestellt und wollte dem Versicherungsunternehmen — gegen Restzahlung von ca. 73.000 Euro — den Unfallwagen übereignen. Der Haftpflichtversicherer ließ sich auf diesen "Handel" nicht ein. Zu Recht, wie das Oberlandesgericht Celle entschied (14 U 181/11). Die Bedingungen für eine Abrechnung des Schadens auf Neuwagenbasis seien hier nicht erfüllt.

Der Luxuswagen sei zwar erheblich beschädigt, aber zum Unfallzeitpunkt kein Neufahrzeug mehr gewesen. Nur Autos mit einer Laufleistung von höchstens 3.000 km oder einer Gebrauchsdauer von höchstens einem Monat seien so einzustufen. Die Laufleistung des Unfallwagens sei mit 4.232 km weit über der Grenze, die Monatsfrist bis zum letzten Tag ausgeschöpft. Warum es für den GmbH-Geschäftsführer unzumutbar sein könnte, das Auto nach der fachgerechten Reparatur weiter zu benützen, sei nicht ersichtlich.