Genossenschaftsbank finanzierte Geldanlagen ...

... bei einem Immobilienfonds - trotz fehlender Genehmigung für ein Bauprojekt

onlineurteile.de - 1997 finanzierte eine Genossenschaftsbank, die eng mit einem Immobilienfonds zusammenarbeitete, die Beteiligung einiger Geldanleger an eben jenem Immobilienfonds. Wer immer Geld anlegen wollte, bekam ihn empfohlen; und wer die Beteiligung nicht selbst finanzieren konnte, erhielt großzügig Kredit.

Dann ging die Fondsgesellschaft pleite und die Geldanleger forderten für ihre Verluste Schadenersatz von der Bank (bzw. von deren Rechtsnachfolgerin). Zu Recht, wie das Landgericht München I entschied (28 O 24981/07). Die Immobilienpleite habe schon einige Prozesse nach sich gezogen - auch deshalb wisse das Gericht, wie unseriös das Geschäftsgebaren der Partner, des Immobilienfonds und der Bank, gewesen sei.

So habe für ein Bauvorhaben in München, bei dem die Fondsgesellschaft laut Anlageprospekt Eigentumswohnungen erwerben wollte, noch nicht einmal eine Baugenehmigung vorgelegen, als 1997 die Fondsanteile verkauft wurden. Dagegen habe die Fondsgesellschaft in ihren mündlichen und schriftlichen Informationen für Anleger stets den Eindruck erweckt, als würde das Bauvorhaben bereits konkret vorbereitet.

Darüber habe die Genossenschaftsbank Bescheid gewusst, die stets mit den Initiatoren des Fonds kooperierte: Sie habe die so genannten Bonitätsraster ausgetauscht bzw. geschönt. Deshalb müsse ihre Rechtsnachfolgerin den Anlegern alle Zins- und Tilgungsraten zurückzahlen und diese von den restlichen Verbindlichkeiten aus den Krediten befreien.

Sollte eventuell das Finanzamt die Steuerbescheide aufheben, die aufgrund der von den Kreditnehmern geltend gemachten Verlustzuweisungen ergingen, und die Anleger steuerlich neu veranlagen, müsste die Bank auch diesen Schaden übernehmen. (Die Bank hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.)