Gerangel ums Auto der Mutter

Ein Sohn behauptet, die Verstorbene habe es ihm geschenkt

onlineurteile.de - Im Frühjahr 2011, wenige Monate vor ihrem Tod, hatte die Mutter dreier Söhne einen Wagen erworben. Dann erkrankte sie und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Nach der Operation wollte die Frau zu ihrem Sohn A ziehen, doch dazu kam es nicht mehr. Die Brüder A und B beerbten die Mutter.

Sohn C schlug das Erbe aus, holte aber das Auto ab und behauptete, es gehöre ihm. Die Mutter habe es ihm schon im Frühjahr geschenkt und ihm den Fahrzeugbrief übergeben. Allerdings habe sie den Wagen behalten, weil sie damit noch eine Weile fahren wollte.

Alles gelogen, konterten die Brüder. Das Auto habe der Mutter bis zu ihrem Tode gehört. Vermutlich habe C den Fahrzeugbrief in ihrer Wohnung heimlich an sich genommen. Nach dem Tod der Mutter habe er ebenso klammheimlich den Wagen geholt — dabei müsse er einen kopierten Schlüssel benützt haben. Beide Originalschlüssel befanden sich in ihrem Besitz.

Als Erben der Mutter forderten A und B von Bruder C das Auto und klagten auf Herausgabe. Die Zeugenaussagen vor Gericht waren widersprüchlich: Einige bestätigten eine Schenkung, andere bestritten sie. Das Landgericht Coburg glaubte C nicht (22 O 68/13).

Zeugen hätten von Streitigkeiten zwischen C und der Mutter wegen des Wagens berichtet — er habe von ihr "etwas Schriftliches" verlangt. Wenn sie ihm den Wagen hätte schenken wollen, hätte sie dies sicher schriftlich bestätigt und/oder in ihrem Testament festgehalten. Außerdem wäre es dann konsequent gewesen, C zumindest den Zweitschlüssel zu geben.

Um das Auto selbst weiterhin zu benützen, hätte die Mutter den Zweitschlüssel nicht gebraucht. Doch die Originalschlüssel habe sie nicht C, sondern den Söhnen A und B ausgehändigt. Dass C den Fahrzeugbrief besitze, beweise nichts. Denn wie C in dessen Besitz gekommen sei, stehe nicht fest. Das Fahrzeug habe er jedenfalls eigenmächtig vom Haus des A entfernt.

C musste das Auto herausgeben, weil das Landgericht annahm, er habe die Schenkung erfunden. Und das Gericht schob den guten Rat für jedermann hinterher, eine Schenkung auf jeden Fall schriftlich zu dokumentieren — am besten notariell beglaubigen zu lassen.