Geschiedener ist pleite

Muss er eine Verbraucherinsolvenz einleiten, um den Unterhalt für seine Ex-Frau aufzubringen?

onlineurteile.de - Geht es um den Unterhalt für minderjährige Kinder, sind die Eltern verpflichtet, alle verfügbaren Mittel zu mobilisieren. Zur Not muss der Unterhaltspflichtige daher auch ein Verbraucherinsolvenzverfahren beantragen, um den Unterhaltsansprüchen der Kinder Vorrang vor den Ansprüchen seiner Gläubiger zu verschaffen. Dazu ist ein geschiedener Mann jedoch nicht verpflichtet, wenn es sich um den nachehelichen Unterhalt für seine Ex-Frau handelt, hat der Bundesgerichtshof jetzt entschieden (VI ZR 132/06).

Im Verhältnis getrennt lebender oder geschiedener Ehegatten zueinander überwiege der Gesichtspunkt der Handlungsfreiheit des Unterhaltspflichtigen, so die Bundesrichter. Außerdem könnten erwachsene Unterhaltsberechtigte in der Regel selbst für ihren Unterhalt sorgen, während minderjährige Kinder dazu nicht in der Lage seien. Darüber hinaus handle es sich bei Schulden von Unterhaltspflichtigen meistens um Kredite, die schon während der Ehe (also von beiden Partnern im Interesse beider) aufgenommen wurden.