Gesperrter Spieler zockt im Automatensaal

BGH: Spielcasinos müssen Kontrollen verbessern

onlineurteile.de - Spielsüchtige können sich vor sich selbst schützen, indem sie sich von Casinos aussperren lassen. Wie intensiv Spielbanken den Zugang zu diversen Glücksspielen kontrollieren müssen, ist seit langem umstritten. Nun hat der Bundesgerichtshof die Maßstäbe verschärft (III ZR 65/05).

Ein süchtiger, gesperrter Zocker hatte im Automatenspielsaal eines nordrhein-westfälischen Spielcasinos 10.000 DM verloren. In Automatenspielsälen gibt es keine Personenkontrollen, Ausweise werden nur an den "Großen Spieltischen" überprüft. Gesperrte Spieler haben also Zugang zu den Automaten und können zudem Geld abheben: An Tele-Cash-Geräten verlangen Mitarbeiter der Spielbank nur die Scheckkarte und zahlen dann (nach Eingabe der PIN-Nummer durch den Spieler) den gewünschten Betrag aus.

Auf diese Weise hatte sich auch der gesperrte Zocker seine Spieleinsätze verschafft. Seine Ehefrau verklagte das Spielcasino auf Schadenersatz. Die Sperre sei gegenstandslos, wenn die Spielbank gesperrte Spieler nicht am Spielen hindere. Dagegen pochte das Casino darauf, dass sich die Sperre nicht auf das Spiel an Automaten erstrecke. So stehe es ausdrücklich auch im Antrag auf Spielsperre.

So einfach könne es sich das Casino nicht machen, widersprach der Bundesgerichtshof. Mit der Sperre verpflichte sich die Spielbank, den Antragsteller vor finanziellen Verlusten infolge seiner Spielsucht zu bewahren. Dennoch lasse sie jedermann an die Automaten. In gewissem Rahmen sei aber auch hier Überwachung möglich und zumutbar. Wenn Spieler am Tele-Cash-Automaten Geld holten, sei es technisch ohne weiteres möglich zu kontrollieren, ob die betreffende Person gesperrt sei. Wegen ihrer Nachlässigkeit müsse die Spielbank den Verlust des Spielers ersetzen.