Gewalt in der Ehe:

Prügelnder Ehemann verlangt bei der Scheidung Versorgungsausgleich

onlineurteile.de - Der Mann hatte ein Alkoholproblem. Wenn er betrunken war, suchte er Streit und wurde gewalttätig - und das bevorzugte Opfer war seine Ehefrau. Über Jahre hinweg verprügelte er sie immer wieder, bis die Frau schließlich die Scheidung einreichte.

Da die Ehefrau im Unterschied zu ihrem Mann regelmäßig gearbeitet hatte, hatte sie eine höhere Rente zu erwarten als er. Daher pochte er im Scheidungsverfahren auf Versorgungsausgleich, den ihm das Familiengericht zugestand. Dagegen legte die Ehefrau Beschwerde ein und hatte beim Oberlandesgericht (OLG) Bamberg Erfolg (7 UF 177/06).

Bekannte und vor allem die Tochter der Eheleute hätten ausgesagt, dass es seit Jahren Gewaltszenen zwischen den Eheleuten gegeben habe, so das OLG. Die Gewaltausbrüche des Vaters seien zuletzt eskaliert, habe die Tochter berichtet, obwohl nie ein Anlass dafür bestanden habe. Über viele Jahre hinweg habe er die Frau geschlagen.

Ein so krasses und schwerwiegendes Fehlverhalten rechtfertige den Ausschluss des Versorgungsausgleichs. Angesichts dieses Martyriums wäre es grob ungerecht, wollte man der Frau auch noch zumuten, ihrem Peiniger von ihrer hart erarbeiteten Rentenanwartschaft etwas abzugeben.