Golfclub verlangt Darlehen von Mitgliedern

Treten diese aus, darf er die Rückzahlung nicht verweigern

onlineurteile.de - Von neuen Mitgliedern verlangte ein Golfclub Darlehen, um den Ausbau der Golfanlage zu finanzieren. Laut Vertrag war das Darlehen mit dem Austritt aus dem Golfclub (frühestens nach zehn Jahren) kündbar. Und noch eine weitere Hürde sah der Vertrag vor: Nur wenn eine Warteliste von mindestens 20 Beitrittsinteressenten bestand und anstelle des ausscheidenden Mitglieds ein neues Mitglied dem Club beitrat, konnte der Darlehensvertrag gekündigt werden.

Ein Ehepaar hatte dem Golfclub ein zinsloses Darlehen von je 8.000 DM gewährt. 2002 trat es aus dem Golfclub aus, kündigte das Darlehen und forderte das Geld zurück. Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte den Golfclub zur Zahlung (I-23 U 36/07). Der Club wolle sich im Falle des plötzlichen Austritts mehrerer Mitglieder vor unkalkulierbaren Zahlungsschwierigkeiten schützen, so die Richter. Das sei durchaus legitim. Um dieses Risiko zu mindern, reiche jedoch die zehnjährige Laufzeit der Mitgliederdarlehen. Damit seien die finanziellen Verpflichtungen doch kalkulierbar.

Die Klausel mit der Warteliste benachteilige dagegen die Mitglieder in unangemessener Weise und sei deshalb unwirksam. Damit werde nämlich umgekehrt für die Mitglieder, die Darlehensgeber, die Rückzahlung völlig unkalkulierbar. Diese hätten ja keinen Einfluss darauf, ob der Golfclub wegen großen Andrangs einen Aufnahmestopp verhängen müsse oder ob mangels Nachfrage gar keine Warteliste zustande komme. Tendenziell sinke seit den 90er Jahren das Interesse an Golfclubs, weshalb Wartelisten weitgehend aufgelöst worden seien. Das dürfe nicht dazu führen, dass ausscheidende Mitglieder auf unabsehbare Zeit auf ihr Kapital verzichten müssten.