Großer Hund in Mietwohnung artgerecht?

Vermieter fordert vom Mieter, seinen Bearded Collie zu entfernen

onlineurteile.de - Mieter einer Hamburger Eigentumswohnung legten sich einen Hund zu, einen Bearded Collie. Das passte dem Eigentümer nicht. Da er mit seinen Einwänden bei den Mietern nicht durchdrang, zog er vor Gericht: Hunde in Altbau-Etagenwohnungen unterzubringen, sei generell schwierig, trug der Vermieter vor. So große Hunde wie diesen könne man da nicht artgerecht halten. Die Wohnung werde so verstärkt abgenutzt. Außerdem hätten sich Miteigentümer massiv über den Hund beschwert.

Die Klage des Vermieters scheiterte in allen Instanzen bis hin zum Bundesgerichtshof (VIII ZR 329/11). Das Thema "artgerechte Haltung" spiele für das Mietrecht keine Rolle, so die Bundesrichter. Davon abgesehen, habe der Vermieter auch kein überzeugendes Argument vorgebracht, warum sich der Hund im dritten Stock eines Altbaus nicht wohlfühlen sollte. Die 3-Zimmer-Wohnung sei immerhin 95 Quadratmeter groß.

Ebenso unbegründet seien die anderen Argumente gegen die Hundehaltung: Dass und wie speziell ein Bearded Collie die Räume besonders strapazieren sollte, sei nicht ersichtlich. Von "massiven Klagen verschiedener Eigentümer" könne auch keine Rede sein. Laut Protokoll einer Eigentümerversammlung habe sich ein einzelner Eigentümer darüber beschwert, dass die Tierhalter den Hund im Treppenhaus bürsteten. Das komme nicht mehr vor. Zehn Mitbewohner hätten schriftlich bestätigt, dass der Collie niemanden störe.