Günstiges Probeabo ist zulässig

BGH segnet Kundenfang der Verlage auf Kosten der Zeitschriftenhändler ab

onlineurteile.de - Eine Werbeaktion des Stern-Verlegers Gruner + Jahr brachte den Verband der Zeitschriftenhändler auf die Palme: "13 x Stern testen, über 40% sparen", lautete die Devise. Ein Probeabonnement für 13 Hefte sollte die Leser nur 19 Euro kosten, ca. 1,46 Euro pro Heft. Im Einzelverkauf an den Kiosken kostet ein Heft 2,50 Euro. Zusätzlich zum "Schnupperpreis" bekamen Probeabonnenten noch attraktive Zugaben (z.B. eine Armbanduhr).

Ein Zeitschriftenhändler und sein Verband klagten auf Unterlassung: Sie hielten die Werbekampagne für wettbewerbswidrig und pochten auf die Wettbewerbsregeln des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger. Demnach sollten Probeabonnements auf maximal drei Monate begrenzt sein und höchstens 35% unter dem Preis für Einzelhefte liegen.

Doch der Bundesgerichtshof erklärte, diese Regeln seien nicht verbindlich (KZR 33/04). Zeitschriftenverleger dürften die Vertriebsschiene des Abonnements gegenüber dem Verkauf an den Kiosken bevorzugen und fördern. Sie sei aus kaufmännischer Sicher einfach vorteilhafter. Außerdem habe der Kläger nicht belegen können, dass günstige Probeabonnements tatsächlich zu einem spürbaren Rückgang des Einzelverkaufs und zu Verlusten für die Händler führten.