Haaranalyse durch Bürstenhaarschnitt vereitelt

Notorischer Haschisch-Raucher muss seinen Führerschein abgeben

onlineurteile.de - Die Obrigkeit war hinter dem Liebhaber der Hanfpflanze her. Weil er im Verdacht stand, regelmäßig Haschisch zu rauchen, bestellte man ihn zu einer toxischen Untersuchung. Wie seit dem Fall Daum bundesweit bekannt ist, gibt eine Haaranalyse verlässlich Auskunft über Drogenkonsum. Und wer Drogen konsumiert, ist laut Gesetz "ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen". Also stand bei der Untersuchung der Führerschein auf dem Spiel.

Der Haschisch-Raucher versuchte, die Rechtsmediziner auszutricksen. Er erschien zwar zu den festgesetzten Untersuchungsterminen, aber jedes Mal mit einem frischen Bürstenhaarschnitt. So sei keine "Probeentnahme des Haupthaares" möglich, warf die Verkehrsbehörde dem Mann vor und entzog ihm kurzerhand den Führerschein.

Seine Beschwerde gegen diese Maßnahme wurde vom Oberverwaltungsgericht Hamburg abgewiesen (3 Bs 185/03). Angesichts konkreter Hinweise auf Dauerkonsum von Cannabis habe die Behörde die Haaruntersuchung anordnen dürfen, so die Richter, obwohl dies einen Eingriff in seine Persönlichkeitsrechte darstelle. Denn die Haaranalyse erlaube eine zuverlässige Diagnose des Drogenkonsums. Der Raucher sei also verpflichtet, an der Untersuchung "mitzuwirken" - stattdessen habe er sie planmäßig verhindert. Daher habe ihm die Behörde zu Recht die Fahrerlaubnis entzogen. Ein Kurzhaarschnitt laufe auf eine grundsätzliche Weigerung hinaus, sich untersuchen zu lassen.