Hagel zerstört Wetterschutzdach

Hauseigentümerin und Versicherung streiten um Versicherungsschutz

onlineurteile.de - Im Sommer 2002 zerstörte ein gewaltiger Hagel das Wetterschutzdach eines Münchner Hauses, das die Eigentümerin zwischen Garage und Hausdach angebracht hatte. Für die Erneuerung des Daches musste sie fast 9.000 Euro ausgeben. Die Frau wandte sich an ihre Hausrats- und Glasversicherung. Laut Versicherungsvertrag waren "Sonderverglasungen" (wie Balkon-, Terrassen-, Wetterschutz- und Dachverglasungen) mitversichert. Nicht angekreuzt war die Versicherung für "Verglasungen aus Kunststoffen und Glaskeramik-Kochflächen".

Darauf pochte nun der Versicherer und lehnte es ab, den Schaden zu regulieren: Es habe sich um ein Wetterschutzdach aus Plexiglas gehandelt, Kunststoff sei aber nicht versichert. Die Hauseigentümerin konterte, das Dach habe aus Grünglas (Thermoglas) bestanden und das sei kein Kunststoff. Im Übrigen müsste in einer Pauschalversicherung für "Sonderverglasungen" jede Sorte Glas versichert sein. So sah es auch das Landgericht München I (12 O 17583/02).

Die Vertragsklausel über den Versicherungsschutz für "Sonderverglasungen" sei nicht eindeutig. Man könne sie durchaus so verstehen, dass "Sonderverglasungen" unabhängig von ihrer chemischen Beschaffenheit versichert seien, also jede Sorte Glas in den genannten Funktionen. Kunststoff sei in der Klausel nicht unmissverständlich ausgeschlossen - diese Unklarheit gehe zu Lasten des Versicherers. Daher müsse er den Schaden übernehmen, auch wenn das Dach aus Kunststoff gewesen sein sollte.