Hagelschaden am Wohnwagen

Keine Abrechnung fiktiver Reparaturkosten bei der "Campingversicherung"

onlineurteile.de - Bei einem Hagelsturm im Sommer 2002 wurde ein Wohnwagen beschädigt. Der Eigentümer meldete den Schaden sofort beim Versicherer, der ihn aufforderte, die Rechnung der Werkstatt einzureichen. Für den Wohnwagen hatte der Mann eine so genannte Campingversicherung abgeschlossen. Hier gelten die "Allgemeinen Versicherungsbedingungen Camping". Danach hat der Versicherer die notwendigen Reparaturkosten zu ersetzen. Werden die Schäden nicht innerhalb eines Jahres repariert, muss der Versicherer nur noch "die Minderung der Gebrauchsfähigkeit" ausgleichen.

Mit dieser Klausel wollte sich der Versicherungsnehmer partout nicht abfinden. Die Reparatur des Wohnwagens erfordere einen Spezialtransporter und eine Spezialwerkstatt, argumentierte er, was ziemlich teuer sei. Laut Sachverständigengutachten werde sie 3.398 Euro kosten. Diese Summe müsse ihm der Versicherer auszahlen, auch wenn er die Reparatur erst später durchführen lasse. Doch das Amtsgericht Köln winkte ab (118 C 9/04).

Anders als in der Kaskoversicherung für Fahrzeuge gebe es bei der Campingversicherung keine Abrechnung fiktiver Reparaturkosten. Die Entschädigung setze voraus, dass der Versicherungsnehmer den Schaden wirklich beseitigen lasse. Nur so mache der zweite Satz der Klausel Sinn: Wenn keine Reparatur durchgeführt werde, könne der Versicherungsnehmer Ausgleich verlangen, falls die Gebrauchsfähigkeit des Wohnwagens gelitten haben sollte.