Hamburg fördert "Elbphilharmonie Konzerte"

Konzerte zu günstigen Preisen stellen kein rechtswidriges Preisdumping dar

onlineurteile.de - Der unendliche Bau der Elbphilharmonie in Hamburg kostet sehr viel mehr als einst kalkuliert. Gleichzeitig veranstaltet die kommunale HamburgMusik gGmbH unter dem Titel "Elbphilharmonie Konzerte" in einer anderen Halle Konzerte zu Preisen, die nicht einmal die Kosten decken. Diese Konzerte finanziell zu fördern, stelle unlauteren Wettbewerb dar, warf der Verband der deutschen Konzertdirektionen e.V. der Stadt Hamburg vor.

Das Landgericht Hamburg mochte darin jedoch kein Preisdumping erkennen (315 O 80/11). In gewissen Grenzen gehöre es ohnehin zum Wettbewerb, die Preise anderer Anbieter zu unterbieten. Der Stadt bzw. ihrer Musik-GmbH gehe es aber nicht darum, Wettbewerber vom (Konzert-)Markt zu verdrängen. Im Übrigen fördere die Stadt nur einen sehr kleinen Anteil des Konzertangebots der HamburgMusik gGmbH.

Damit wolle die Stadt nicht Konkurrenz ausbooten, sondern der klassischen Musik neue Zuschauerkreise erschließen. Die Förderung sei sachlich gerechtfertigt: Nur mit attraktivem Musikangebot — also zugkräftigen Programmen mit bekannten Musikern zu niedrigem Eintrittspreis — könne man neue Zuschauer gewinnen und ihr Interesse auch an anderen Veranstaltungen wecken. Aus ihnen solle das Konzertpublikum der Zukunft werden. Funktioniere diese Art von Werbung, komme sie später auch den privaten Veranstaltern zugute.