Handtaschenraub zu spät gemeldet

Hausratversicherung muss Verlust nicht ersetzen

onlineurteile.de - Die Inhaberin eines Kosmetikgeschäfts war nach Geschäftsschluss mit den Tageseinnahmen auf dem Weg zur Bank. Das Geld befand sich in ihrer Handtasche, die sie über die Schulter gehängt hatte. Da näherte sich von hinten ein Radfahrer und entriss ihr blitzschnell die Handtasche.

Erst zwei Tage später zeigte die Frau den Handtaschenraub im Polizeirevier des Nachbarorts an. Sie habe durch den Überfall einen Schock erlitten, berichtete sie. Außerdem sei das zuständige Polizeirevier am folgenden Tag nicht besetzt gewesen. Trotz dieser Entschuldigung weigerte sich die Hausratversicherung, der Geschäftsfrau den Verlust zu ersetzen: Sie habe den Versicherungsfall zu spät gemeldet.

Das Amtsgericht Bemburg teilte diese Auffassung (13 C 105/04). Die Versicherungsnehmerin hätte auf der Stelle die Polizei - per Notruf 110 - verständigen müssen. Dann sei die Chance am größten, den Täter möglicherweise noch auf der Flucht zu schnappen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Sich dafür zwei Tage Zeit zu lassen, sei grob fahrlässig. Dass die Bestohlene dies auf den erlittenen Schock und ein geschlossenes Polizeirevier schiebe, sei nichts als eine Ausrede.