Haus zwangsversteigert

Ehemaliger Eigentümer will den neuen nicht aufs Grundstück lassen ...

onlineurteile.de - Ein hochverschuldetes Ehepaar musste sein Haus aufgeben, um Geld flüssig zu machen. Das Hausgrundstück wurde zwangsversteigert. Der Zwangsverwalter überließ dem Paar vorübergehend eine Wohnung im Haus, weil sie ansonsten obdachlos geworden wären. Doch so ganz mochte sich der ehemalige Hausherr mit seiner neuen Rolle wohl nicht abfinden. Als der neue Eigentümer das Haus besichtigen wollte, warf ihn der Ex-Eigentümer hinaus. Dieses Vorgehen wollte er sich dann auch noch gerichtlich genehmigen lassen: Er beantragte, dem neuen Eigentümer das Betreten des Grundstücks zu verbieten - das sei Hausfriedensbruch.

Dieser Einschätzung mochte sich das Oberlandesgericht Dresden nicht anschließen (11 U 1234/04). Natürlich schütze das Strafrecht jeden Wohnungsbesitzer vor Eindringlingen. Darum gehe es hier aber nicht. Denn der vermeintliche Eindringling habe das Haus ersteigert und dürfe Haus und Grund betreten. Die ehemaligen Eigentümer hätten kein Recht, ihm das zu verwehren. Im Gegenteil: Selbst wenn sich der Eigentümer mit Gewalt gegen ihren Willen Zugang zum Haus verschaffen wollte, wäre er dazu berechtigt.