Hausbesitzer setzt ein Stockwerk drauf

Altbau-Mieter haben Anspruch auf Trittschallschutz

onlineurteile.de - Sie hatten sich in den langen Jahren in der gemieteten Altbauwohnung gemütlich eingerichtet. Doch plötzlich war es mit der Gemütlichkeit vorbei, denn der Vermieter baute den Dachboden über ihrer Wohnung aus. Die Mieter befürchteten Übles und rangen noch während des Umbaus dem Vermieter die Zusage ab, im neuen Wohngeschoss für erhöhten Trittschallschutz zu sorgen (erhöht = maximal 46 dB). Als dort aber die neuen Mieter eingezogen waren, stellte sich schnell heraus, dass der Vermieter noch nicht einmal normalen Trittschallschutz hatte einbauen lassen (normal = maximal 53 dB).

Das ständige Getrampel wollten die Mieter aber nicht hören. Mit einem Gutachten, das die Überschreitung der Grenzwerte bestätigte, zogen sie vor Gericht und setzten sich schließlich beim Bundesgerichtshof durch (VII ZR 355/03). Fraglich sei allenfalls, ob der Vermieter für erhöhten Trittschallschutz sorgen müsse, erklärten die Bundesrichter.

Grundsätzlich könnten Mieter in Altbauten zwar keine Dämmung verlangen, die dem heutigen Stand der Technik gerecht werde (außer, es sei so vereinbart). Wenn der Vermieter jedoch anbaue oder umbaue und so zusätzlicher Lärm entstehe, dann müsse er Schutzmaßnahmen treffen. Und diese müssten der aktuell gültigen DIN-Norm entsprechen. Das sei hier eine Dämmung, die Geräusche auf maximal 53 dB reduziere. Anspruch auf erhöhten Schallschutz hätten die Mieter nur, wenn ihn der Vermieter ausdrücklich versprochen habe. Darüber müsse die Vorinstanz entscheiden, nachdem sie die von den Mietern benannten Zeugen angehört habe.