Hausbesitzerin im Altersheim

Ihr Sohn beschwindelt nach einem Wasserschaden die Gebäudeversicherung

onlineurteile.de - Die demente Seniorin lebte bereits seit zwei Jahren in einem Altersheim. Erst wohnte einer ihrer Söhne einige Monate in ihrem Einfamilienhaus. Danach stand es leer, nur die Möbel der Hauseigentümerin waren noch da. Bei Frost froren Ende 2007 Wasserleitungen ein und platzten. Ihr Sohn B — dem die geschäftsunfähige 80-Jährige schon 2003 eine Vorsorgevollmacht erteilt hatte — meldete Anfang Januar 2008 der Gebäudeversicherung der Mutter den erheblichen Wasserschaden.

Mit einem Schadensregulierer, später nochmals mit einem Sachverständigen besichtigte Herr B das Haus: Im Bad und in der Küche waren Leitungen geplatzt, in der Küche sogar zwei Heizkörper. Beiden Mitarbeitern des Versicherers erzählte Herr B, das Haus sei bewohnt. Allerdings sei seine Mutter über Silvester ein, zwei Tage weg gewesen, weil sie ihn besucht habe. Die Heizung sei gelaufen, bevor die Mutter das Haus verließ. Eventuell sei die Heizanlage während ihrer Abwesenheit ausgefallen.

Die Versicherung weigerte sich, den Schaden von fast 40.000 Euro zu regulieren. Gestützt auf den Bericht ihrer Mitarbeiter erklärte sie, das Schadensbild deute auf einen unbemerkten Wasseraustritt über längere Zeit hin. Also seien die Leitungen nicht kontrolliert worden, das Gebäude länger leer gestanden. So sah es auch das Oberlandesgericht (OLG) Saarbrücken, deshalb wies es die Zahlungsklage von Herrn B ab (5 U 127/09-33 — die Mutter und Versicherungsnehmerin war mittlerweile verstorben.)

Der Sachverständige habe ausgeführt, an Silvester sei die Kälte moderat gewesen, so das OLG. In einem vorher normal beheizten Gebäude falle die Temperatur bei einem Ausfall der Heizung und Außentemperaturen von höchstens Minus fünf Grad Celsius nicht innerhalb von zwei Tagen auf Null Grad, so dass Leitungswasser einfriere und Heizkörper platzten. Also könnten die Angaben von B nicht stimmen. Offenkundig habe er verschleiern wollen, dass das Gebäude unbewohnt war und er als Verantwortlicher dennoch im Winter die Leitungen nicht abgesperrt und entleert hatte.

Letzteres verstoße gegen die Sorgfaltspflicht. Das spiele hier aber keine Rolle mehr. Denn Herr B, der bei der Besichtigung als Repräsentant der Versicherungsnehmerin auftrat, habe versucht, die Mitarbeiter des Versicherers bei der Überprüfung des Schadens arglistig zu täuschen und das Ausmaß des Leerstands zu vertuschen. Schon deshalb müsse der Versicherer für den Schaden nicht einstehen.