"Haushaltsnahe Dienstleistungen"

Achtung: Wer Handwerker bar bezahlt, bekommt keine Steuerermäßigung!

onlineurteile.de - Hauseigentümer zahlten eine Reparatur mit Bargeld, weil der Handwerker sie - aufgrund schlechter Erfahrungen mit schlechter Zahlungsmoral - darum gebeten hatte. Bei ihrer Einkommensteuererklärung wollten die Hauseigentümer die Ausgabe steuerlich berücksichtigt wissen.

Hintergrund: Im Herbst 2004 führte der Gesetzgeber eine Steuerermäßigung für so genannte "haushaltsnahe Dienstleistungen" ein (§ 35 a Einkommensteuergesetz). Dazu zählen Ausgaben für Reinigungsarbeiten, Gartenpflege, kleine Reparaturen etc.

Der Antrag des Ehepaars wurde vom Finanzamt mit der Begründung abgelehnt, nur Überweisungen könnten steuermindernd berücksichtigt werden. Wer bar zahle, verliere diesen Vorteil. Die Klage der Steuerzahler gegen den negativen Bescheid hatte beim Finanzgericht Sachsen-Anhalt keinen Erfolg (1 K 791/07). Zu Recht habe das Finanzamt die Steuerermäßigung verweigert, erklärten die Richter.

An welche Bedingungen der Gesetzgeber steuerliche Erleichterungen knüpfe, sei in sein Ermessen gestellt. Nach dem eindeutigen Wortlaut des Gesetzes werde die Steuerermäßigung für "haushaltsnahe Dienstleistungen" nur gewährt, wenn die Vergütung vom Konto des Leistungsempfängers an den Handwerker oder Dienstleister überwiesen werde. Das sei durch einen Bankbeleg nachzuweisen.

Dass der Handwerker im konkreten Fall den Erhalt des Betrags quittiert und die Vergütung korrekt versteuert habe, spiele in diesem Zusammenhang keine Rolle.