Headhunter am Telefon

Abwerben fremder Mitarbeiter ist erlaubt

onlineurteile.de - Ein Computerunternehmen belieferte Gewerbekunden mit Hardware und Software und übernahm den Service für die EDV-Anlagen. Für diese Aufgaben beschäftigte das Unternehmen hochqualifizierte Mitarbeiter, die laufend in Schulungen fortgebildet wurden. Verständlicherweise war der Chef wenig erbaut, als er mitbekam, dass ein Headhunter versuchte, seine besten Mitarbeiter für ein Konkurrenzunternehmen abzuwerben. Der Personalberater hatte sogar mehrfach in der Firma angerufen.

Ob solche Abwerbeversuche unlauteren Wettbewerb darstellen, ist in der Rechtsprechung bisher sehr unterschiedlich beurteilt worden. Der Bundesgerichtshof betonte jetzt, dass das Abwerben fremder Mitarbeiter grundsätzlich zum freien Wettbewerb gehört - solange keine unlauteren Mittel angewendet werden (I ZR 221/01). Auch Anrufe am Arbeitsplatz, um mit möglichen Bewerbern für eine offene Stelle ins Gespräch zu kommen, seien zulässig. Telefonate müssten sich allerdings auf die Kontaktaufnahme beschränken. Ein Headhunter dürfe telefonisch nachfragen, ob der/die Angerufene Interesse an einem Wechsel habe und ein Gespräch anderswo vereinbaren.