"Heißblütiger Italiener"

Diese Bildunterschrift im Internet verletzt die Ehre des abgebildeten Models nicht

onlineurteile.de - Ein junger Kölner, der gelegentlich als Model arbeitet, ließ sich von einem Bekannten zusammen mit einem weiblichen Model in trauter Pose fotografieren. Beide räumten dem Fotografen die Nutzungsrechte am Foto ein. Der Fotograf wollte es auf einer Internet-Fotoseite einstellen. Später verkaufte er es an Herrn X, den Betreiber einer anderen Webseite.

Dieser illustrierte damit eine "Studie zu Klischees" ("Deutsche fleißig, Italiener heißblütig"). Herr X hinterlegte das Foto mit einer italienischen Flagge und versah es mit der Bildunterschrift: "Heißblütige Italiener - stimmt das Klischee?" Das passte dem Abgebildeten ganz und gar nicht. Er forderte von X, das Foto zu entfernen und ihm als Entschädigung für die Publikation 1.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Dafür sah das Landgericht Köln jedoch keinen Anlass (28 O 26/06).

Dass der Eindruck erweckt werde, es handle sich bei der fotografierten Person um einen Italiener, sei nicht ehrverletzend. Das Etikett "heißblütig" werde ihm nicht angeheftet; vielmehr stelle der Artikel derlei Klischees gerade in Frage. Ein erotischer Inhalt, der über die der Bildpose immanente Erotik hinausgehe, sei nicht erkennbar. Der Kontext, in dem das Bild erschienen sei, sei alles andere als "anrüchig". Es handle sich um eine Studie, die sich sachlich mit nationalen Vorurteilen auseinandersetze.

Also sei das Persönlichkeitsrecht des Models durch die Veröffentlichung in keiner Weise beeinträchtigt worden. Er habe dem Bekannten erlaubt, das Foto bei einer Online-Bildervermittlungsbörse einzustellen und anzubieten. Wie Herr X das (freigegebene) Foto eingesetzt habe, halte sich im Rahmen der erworbenen Nutzungsrechte.