Heizdecke setzt Wohnung in Brand

Während eines kurzen Spaziergangs eine neue Heizdecke anzulassen, ist nicht grob fahrlässig

onlineurteile.de - Vorher hatte der Mann noch lange gelesen und sich dabei in seine neue Heizdecke gekuschelt. Gegen zwei Uhr morgens führte er dann seinen Hund "Gassi". Als er nach einer knappen Stunde zurückkehrte, stand seine Wohnung in Flammen. Wie die polizeilichen Ermittlungen später ergaben, war ein Kurzschluss in seiner Heizdecke die Brandursache.

Die Wohngebäudeversicherung des Vermieters regulierte den Schaden und verlangte anschließend vom Mieter die Summe von 25.700 Euro: Er habe den Brand schuldhaft verursacht, weil er die Heizdecke nicht ausgeschaltet habe. Das sei keineswegs fahrlässig, verteidige sich der Mann, denn er sei ja nur kurz mit dem Hund weggegangen. Und für Fehler an der Heizdecke habe es vorher keine Anzeichen gegeben. So sah es auch das Oberlandesgericht Düsseldorf (I-24 U 225/03).

Der Mieter hafte für den Brandschaden nicht. Er habe - ohne Anhaltspunkte für einen technischen Fehler - ohne Weiteres auf das Funktionieren der Heizdecke vertrauen dürfen. Mit Verschleiß müsse er bei einer neuen Decke auch nicht rechnen. Dass der Hundebesitzer die Decke beschädigt hätte oder geknickt, habe die Versicherung zwar behauptet. Der Vorwurf sei aber durch nichts belegt. Kurzschlüsse entstünden bei technischen Geräten öfter durch Produktions- oder Materialfehler als durch Fehler der Benutzer.