Heizkostenverteiler unzulänglich

Dann muss die Vermieterin die Heizkosten nach Wohnfläche umlegen

onlineurteile.de - Nach dem Auszug einer Mieterin aus einem großen Mietshaus in Gera entbrannte ein Streit zwischen ihr und der Vermieterin um die Nebenkosten. Vor allem die Kosten für die Fernwärme waren stark angestiegen. Laut den Betriebskostenabrechnungen für die Jahre 2001 bis 2004 hätte die Mieterin noch mehrere hundert Euro nachzahlen müssen.

Die Frau weigerte sich und begründete dies folgendermaßen: Der Verbrauch an Fernwärme werde im Haus mit kaputten elektronischen Heizkostenverteilern ermittelt, die immer weniger Anteile der im Gebäude abgegebenen Wärmemenge registrierten. Angesichts dessen dürfe die Vermieterin die Heizkosten nicht mehr verbrauchsabhängig abrechnen. So sah es auch das Landgericht Gera und wies die Zahlungsklage der Vermieterin ab (1 S 332/06).

Die Heizkostenverteiler im Mietsgebäude erfassten - aus ungeklärten Gründen - 2001 nur ca. 30 Prozent, 2002 nur noch 23 Prozent der im Haus verbrauchten Fernwärme. Diese Tendenz halte an; daher sei es nicht mehr sachgerecht, die Heizkosten verbrauchsabhängig abzurechnen. Die Vermieterin müsse die Nebenkosten nach einem verbrauchsunabhängigen Maßstab (d.h. nach Wohnfläche) noch einmal berechnen.