Herzoperation statt Zypern-Urlaub

Verschlechtert sich eine schwere Erkrankung, übernimmt die Reiserücktrittskostenversicherung nicht die Stornokosten

onlineurteile.de - Trotz schwerer Herzprobleme (Aortaklappeninsuffizienz) war ein älterer Herr noch sehr reiselustig. Für sich und seine Ehefrau buchte er für das Frühjahr 2003 zwei Flugreisen, eine Woche Zypern und später eine Woche Urlaub auf den Kanarischen Inseln. Doch dazu kam es nicht mehr: Im Februar verschlechterte sich sein Zustand, sein Arzt riet ihm dringend zu einer Operation. Nun sollte die Reiserücktrittskostenversicherung die Stornokosten für die beiden Urlaubsreisen übernehmen.

Dazu ist das Unternehmen nicht verpflichtet, urteilte das Amtsgericht München (191 C 24117/03). Nach den neuen Versicherungsbedingungen (AVB RR 02) sei die überraschende Verschlechterung einer schon länger bestehenden Krankheit vom Versicherungsschutz nicht mehr umfasst.

Schon seit Monaten stehe der Versicherungsnehmer unter ärztlicher Kontrolle und müsse regelmäßig Medikamente einnehmen. Dass er schwer herzkrank sei, sei ihm beim Abschluss des Versicherungsvertrags längst klar gewesen. Womöglich habe der Mann nicht an eine Operation gedacht. Doch bei einer solchen Erkrankung müsse er jederzeit damit rechnen, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtere. Dies komme nicht "unerwartet und plötzlich".